MICHAEL KUTZNER - Texte

 
Christoph Tannert, ...  |  Harald Metzkes, Was geht in uns vor, wenn wir Michael Kutzners Bilder gut finden?  |  Ulrich Kavka, SCHWARZ auf WEISS  |  Dietrich Noßky, Für Kutzner  |  Michael Kutzner, ...  |  Matthias Flügge, The Living Dead  |  Matthias Flügge, Die Melancholie als Utopie  |  Tagesspiegel, Horror Vacui  |  tip, Naturgesetze  |  zitty, Eröffnung  |  Joachim Burmeister, Maler Kutzners Gier nach Stabilem  |  Fritz Jacobi, Dom und Wolken  |  Jürgen Schilling, Lontano dalla luce della Sicilia  |  Jürgen Schilling, Abseits vom Licht Siziliens  |  Joachim Burmeister, ltalien ist eine Melone  |  Tagesspiegel, Die Melancholie einer Teermaschine  |  taz, Stille Bilder  | 
 
 
 
Was geht in uns vor, wenn wir Michael Kutzners Bilder gut finden?

Stellen wir uns vor das Bild: "Kreuzigung I", Öl auf Hartfaser, 54 x 87 cm.

Kutzner führt uns an den Rand von Räumen, die uns versperrt sind. Sie liegen in einem Farbklang von Schönheit und Schwere vor uns. Sie sind fast leer. Am Horizont werden sie von Industriebauten und ähnlichen Bauten, den Schlafstätten der Arbeiter und Anwohner, begrenzt. Das sich dort andeutende soziale Gefüge ist nicht Thema des Bildes. Nichts zieht uns dorthin. Wir scheuen uns, den leeren Raum davor zu durchqueren. Dieser Raum wird von der Kreuzigung beherrscht und keiner wagt sich in dieses umzäunte Gelände. Es ist uns ein Blick gestattet, nicht mehr, die Gefahr des Bruchs der Stille. Kutzner zeigt uns die Stille als etwas Verlockendes, dessen man nicht habhaft werden kann. Er sagt: Respektiert die Barriere, wie ich selbst es tue.

Antwort auf die Frage vom Anfang: Wir unterliegen dem Sehnsuchtsmotiv, nicht Caspar David Friedrichs, nicht James Fenimore Coopers, nicht Robert Louis Stevensons, sondern Michael Kutzners, der Sehnsucht in eine Nähe, eine unerreichbare, feierliche, gefährliche Nähe.

Harald Metzkes, 20. Februar 2011

›Kreuzigung I‹ ansehen